Digitale Notizen

back to the roots (since Feb 2005)

Rückblick re:publica 2011

von Tanja | veröffentlicht am | abgelegt in der Kategorie Worldwide Web

Es heißt ja über uns Menschen, die den ganzen Tag am PC im Internet verbringen, dass wir keine sozialen Kontakte hätten und überhaupt, was ist denn an „diesem Internet“ (ich glaube, das war unser running gag in Berlin) so toll? Richtig erklären kann ich es nicht – zumindest nicht so, dass es jemand versteht, der es vorher noch nicht verstanden hat. Umso mehr genieße ich ein Mal im Jahr das Gefühl, von Gleichgesinnten umgegeben zu sein.

Die re:publica gilt ja als eine Art „Klassentreffen“ für die Blogger- und Internetgemeinde (die „alten“ Medien würden an dieser Stelle „Internetszene“ schreiben!). Und genau so fühlt es sich an, wenn man von vielen Menschen umgeben ist, bei denen man das Gefühl hat, sie schon zu kennen, ohne sie jemals im RL getroffen zu haben. Bei denen man weiß, dass keiner meckern wird, wenn man ein Mal zu oft aufs Smartphone schaut oder wenn man sich schnell nach dem Namen des Restaurants erkundigt, weil man ja noch auf Foursquare einchecken muss… Die über die gleichen Bemerkungen lachen können und so weiter.

Seit meinem ersten Besuch auf der re:publica im vergangenen Jahr habe ich mich also auf die diesjährige Veranstaltung gefreut – und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Beklagen würde ich das, was wahrscheinlich die meisten Anwesenden bemängeln würden: die schlechte Internetverbindung, die teils überfüllten Locations (die Kalkscheune ist mittlerweile definitiv zu klein!) und manchmal falsch geplante Räume. Aber alles andere war wirklich super. Es gab einige wirklich großartige Sessions – meine Highlights waren: „Blogger_innen im Gespräch“ mit der großartigen Julia Probst und „Internet, Social Media und die Rückkehr des Politischen in China“ mit meinem Ex-Prof. Lorenz Lorenz-Meyer. Und nicht zu vergessen die Treffen mit einigen, die ich schon aus meiner Twitter-Timeline kannte und einigen neuen Gesichtern, die die re:publica für mich erst zu einem „Klassentreffen“ gemacht haben.

Was übrig bleibt, ist wieder einmal das wirklich gute Gefühl, nicht „alleine auf der Welt“ zu sein mit meinem Faible für Social Media. Im Gegenteil: Es gibt sehr viele da draußen (die übrigens bei weitem nicht alle unter 30 sind, wie man vielleicht bei einem Thema wie diesem denken könnte!). Die Frage ist nur, wie ich jetzt ein Jahr überbrücken soll, bis zum nächsten „Klassentreffen“? Ich hoffe auf ein baldiges Barcamp in meiner Nähe oder zumindest auf jemanden in meinem Umfeld, der sich von dem Thema anstecken lässt! ;-)

Mein erstes Mal: re:publica in Berlin

von Tanja | veröffentlicht am | abgelegt in der Kategorie Worldwide Web

Nachdem ich eigentlich schon die letzten beiden Jahre zur re:publica nach Berlin wollte, habe ich es dieses Mal und mit der großzügigen Unterstützung meines Arbeitgebers (das muss ja mal gesagt werden!) endlich geschafft.

Das Negative vorneweg: Erinnert mich bitte daran, nicht mehr alleine auf eine Messe, einen Kongress, eine Konferenz oder ähnliches zu gehen. Ich bin ja nicht gerade als der Typ Mensch bekannt, dem es leicht fällt, andere anzusprechen, zu smalltalken oder ähnliches. Und deswegen braucht man von Anfang an Begleitung. Oder man twittert alleine vor sich hin und sitzt abends alleine im Hotelzimmer. Aber gut, sieht man davon ab und bedenkt weder den schlechten WLAN-Empfang noch die Vulkanstaubwolke (aka #ashtag), die mir den Heimflug vermasselt hat (diese Story habe ich fürs earthTV-Blog aufgeschrieben), war die re:publica echt spannend und jederzeit empfehlenswert.

Ich war dabei, als Jeff Jarvis über diverse deutsche Eigenheiten wie die gemischte Sauna und das Verhältnis der Deutschen zur Privatsphäre gesprochen hat. Sehr interessant und amüsant – Details kann man hier nachlesen. Ich war bei einem Vortrag von Udo Vetter zum Thema „Spielregeln für den zweiten Lebensraum“ – ich würde sagen, wenn man diesem Mann zwei Stunden zugehört hat, hat man mehr Ahnung von Medienrecht als nach den zwei Semestern Medienrecht, die ich im Studium genießen durfte. Leider dauerte der Vortrag nur eine Stunde ;-)

Ich habe (leider nur das Ende des Vortrags) „Sex and Internet“ gehört. Das Highlight: Chatroulette mit ca. 500 Anwesenden! Nicht zu vergessen: Sascha Lobo, der sich über shit storms ausgelassen hat – sehr amüsant. Und die erste Twitterlesung, die ich verfolgen durfte, war das zweite Highlight des Tages – ich wünschte, ich könnte auch solche lustigen, nachdenklichen, amüsanten oder auch fiesen Tweets schreiben ;-)

Und was war noch? Z.B. eine Podiumsdiskussion über die amerikanische Medienlandschaft mit dem interessanten Fazit, dass die Menschen in Deutschland (im Gegensatz zu Amerikanern) Print zu lieben scheinen. Überhaupt war diese Diskussion sehr interessant. Community-Management war ein weiteres Thema, von dem ich mir allerdings etwas mehr erhofft hatte. Die Aussage „eine Community kann man nicht steuern“ fand ich doch leicht enttäuschend.

Highlight von Tag 2 war aber der Vortrag von Daniel Schmitt von Wikileaks. Ich kannte Wikileaks natürlich vorher schon (genau wie 99% der Anwesenden), aber spannend war es trotzdem. Vor allem Aussagen wie „wir sind nicht die Konkurrenz der Zeitungen, wir wollen ihnen bei ihrer Berichterstattung helfen“. So hatte ich das noch gar nicht betrachtet und ich denke, das stimmt. (Hier ein Interview bei SpOn)

Der letzte Tag ist dann leider ganz anders verlaufen als geplant, Details dazu kann man dann ab Montag im earthTV-Blog nachlesen. (Es hatte grob gesagt etwas mit dem unaussprechlichen isländischen Vulkan und meinem Flug zu tun.) Ich habe mir den Vortrag von Götz Werner angehört, in dem es um das Grundeinkommen ging. Hätte ich vorher mehr gewusst als nur den Titel des Vortrags („Revolution im Kopf“), hätte ich mir diesen Vortrag nicht angetan. Interessanter dagegen war der Vortrag von Miriam Meckel („This object cannot be liked“): Interessante Gedankengänge, die von sehr banalen Banalitäten (die „like“-Funktion in Facebook) ausgingen und wirklich komplex und spannend wurden.

Anschließend war der Tag für mich dann leider gelaufen. Die restliche Zeit habe ich im Berliner Nahverkehr, auf dem Flughafen und im ICE verbracht. Aber so schlimm war das im Nachhinein wohl doch nicht.

Fest steht: Nächstes Jahr bin ich wieder dabei! Werde mir allerdings jemanden suchen, der mich begleitet ;-)

[Edit 17.4. 18:15 Uhr:] Links sind nachgetragen!

Ein Hoch auf die Zeitsteuerung!

von Tanja | veröffentlicht am | abgelegt in der Kategorie Worldwide Web

Ich gestehe: Die Artikel der letzten Tage sind alle zeitgesteuert gewesen – ich habe sie alle direkt hintereinander geschrieben und zeitgesteuert. Das habe ich vorher in diesem Umfang noch nie gemacht und muss sagen: Ein Hoch auf die Zeitsteuer-Funktion in WordPress!

Und jetzt ganz ehrlich: Wer hat gemerkt, dass ich nicht im Blog anwesend war? ;-)

Spam-Alarm

von Tanja | veröffentlicht am | abgelegt in der Kategorie Worldwide Web

Sagt mal, werden eure WordPress-Blogs in letzter Zeit auch so extrem von Spam geflutet? Ich beobachte das hier und ich beobachte das genauso im earthTV-Blog. Dazu kommt, dass Akismet nicht mehr so zuverlässig ist, wie es einmal war: Immer öfter muss ich ganz normale Kommentare aus dem Spam fischen – teilweise auch von Leuten, die schon mehrfach kommentiert haben.

Vielleicht werde ich doch wieder die kleine Rechenaufgabe einbauen und hoffen, dass wenigstens das etwas bringt.

Ideen und andere Vorschläge sind natürlich wie immer sehr gerne gesehen ;-)

Computergeneriertes Empfehlungschaos

von Tanja | veröffentlicht am | abgelegt in der Kategorie Worldwide Web

Eigentlich bin ich ja ein großer Freund von Empfehlungen auf Websites, auf denen ich schon einmal etwas eingekauft habe. Aber zwei Dinge laufen da seit einiger Zeit schief:

1. Nur weil ich bei Amazon einen Trockner gekauft habe, heißt das nicht, dass ich ständig E-Mails mit Trockner-Angeboten bekommen möchte. Ich habe einen Trockner, der hält hoffentlich noch ein paar Jahre und nein, ich brauche kein Ersatzgerät. Und auch keine Waschmaschine – was man vielleicht daran erkennt, dass ich mir einen Trockner gekauft habe. Wer einen Trockner kauft, hat in der Regel schon eine Waschmaschine – sonst bräuchte man ja keinen Trockner.

2. Bekomme ich bei iTunes Genius etwa “Queensberry” empfohlen, weil ich ständig “Queen” höre? Denn anders kann ich mir das nicht erklären. Lieber Computer, das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun, auch wenn die Namen ähnlich sein mögen.